Back to top
VOM STAATSORDEN ZUR „FREIEN VEREINIGUNG VON GELEHRTEN UND KÜNSTLERN“

Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges und der preußischen Monarchie begann auch für die Mitglieder des Ordens Pour le mérite eine Zeit der Unsicherheit und des Umbruchs.

Die Weimarer Reichsverfassung verbot dem Staat in Artikel 109, Orden und Ehrenzeichen zu verleihen und stellte sich damit in die diese Art von Auszeichnungen ablehnende republikanische Traditionslinie. Unter diesen Bedingungen war es fraglich, ob der preußische Staat bereit sein würde, für den Orden die Rolle des Protektors zu übernehmen.

Nach der Abschaffung der Kriegsklasse des Ordens Pour le mérite stand vielmehr das Weiterbestehen der Friedensklasse überhaupt zur Disposition. In dieser kritischen Lage gelang es dem Vizekanzler – bzw. seit 1920 Kanzler – des Ordens, Adolf von Harnack, das Preußische Staatsministerium von der Sonderstellung der Friedensklasse zu überzeugen.

Diese konnte ab 1924 als „Freie Vereinigung der Ritter des Ordens Pour le mérite“ weiterbestehen.