Adolf Johann Friedrich Wilhelm Ritter von Baeyer

Chemiker

Geboren am 31. Oktober 1835 in Berlin
Gestorben am 20. August 1917 in Starnberg (Oberbayern)

VITA

Professor für Chemie an den Universitäten Straßburg (1872-1875) und München (1875-1917).

Adolf von Baeyer war Schüler von Bunsen (1864) und Kekulé (1893). Er hat die organische Chemie durch zahlreiche neue Erkenntnisse und Entdeckungen bereichert und eine Schule begründet, aus der für Wissenschaft und Industrie bedeutende Nachwuchskräfte hervorgegangen sind. Baeyer trug durch seine Forschungen und Lehre wesentlich zum Aufbau der deutschen organisch-chemischen Industrie bei. Von seinen Arbeiten sind die Entdeckung der Phthaleinfarbstoffe (Fluorescein, Phenolphthalein, Eosin) und die Konstitutionsermittlung und Synthese des Indigoblaus besonders bekanntgeworden. Ab 1897 konnte Indigo großtechnisch dargestellt werden. Frühe Studien über organische Arsenverbindungen schufen Voraussetzungen zum Ausbau der Chemie bedeutsamer Therapeutica dieser Stoffklasse, Untersuchungen über hydroaromatische Verbindungen und Terpene legten Grundlagen für stereochemische Gesetzmäßigkeiten ("Baeyersche Spannungstheorie"). Hinweise auf Studien über die Struktur des Benzols, über Pyrrol und Pyridinbasen, Nitrosoverbindungen, Peroxyde, Oxoniumverbindungen und über die basische Natur des Sauerstoffs und des Kohlenstoffs zeigen die außerordentliche Vielseitigkeit und Fruchtbarkeit seiner Forschungen, die 1905 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet wurden.

Aufnahme in den Orden 1895.