Adolf von Harnack

Theologe und Kirchenhistoriker

Geboren am 7. Mai 1851 in Dorpat, heute Estland
Gestorben am 10. Juni 1930 in Heidelberg

VITA

Professor der Kirchengeschichte 1876 Leipzig, 1879 Gießen, 1886 Marburg und 1888 Berlin. 1890 Mitglied der Preuß. Akademie der Wissenschaften (philos.-hist. Klasse), deren Geschichte er verfaßte. Generaldirektor der Berliner Königl. Bibliothek (1906-1921). Präsident der Evangelisch-Sozialen Kongresse (1903-1911). Mitbegründer und 1. Präsident der Kaiser-Wilhelm-(heute: Max-Planck-)Gesellschaft seit 1911. Wirkl. Geh. Rat. 1914 geadelt. 1919 Mitwirkung bei der Gestaltung der Verfassung von Weimar.

Durch sein dreibändiges "Lehrbuch der Dogmengeschichte" gewann er schon in den achtziger Jahren internationalen Ruf und einen noch heute wirksamen Einfluß als Theologe. Durch die Mitbegründung und zeitweilige Herausgeberschaft der "Theologischen Literatur-Zeitung" sowie der heute noch bestehenden Reihe "Texte und Untersuchungen" festigte sich seine Geltung. Er ist Initiator der Kirchenväterkommission und der kritischen Ausgabe "Die griechischen christlichen Schriftsteller der ersten drei Jahrhunderte" (Corpus Berolinense). Bei vielseitigsten Interessen und Einflußnahmen in verschiedensten Bereichen blieb er doch Theologe, wurde aber gerade so einer der fruchtbarsten und bedeutendsten Organisatoren deutscher Wissenschaft in den letzten hundert Jahren.

Er erwirkte in der Weimarer Republik den Fortbestand des Ordens als "Freie Vereinigung von hervorragenden deutschen Gelehrten und Künstlern".

Aufnahme in den Orden 1902.
Vizekanzler des Ordens von 1915 bis 1920.
Kanzler des Ordens von 1920 bis 1930.