Albert Schweitzer

Philosoph, Theologe und Musikhistoriker

Geboren am 14. Januar 1875 in Kaysersberg (Elsaß), Frankreich
Gestorben am 4. September 1965 in Lambarene, Gabun

Albert Schweitzer war wohl die vielseitigste Persönlichkeit unserer Zeit. Als Bachforscher bleibt er unübertroffen. Als Organist von Rang, und selbst Orgelbauer, brachte er die klartönenden Instrumente des 18. Jahrhunderts gegenüber dem Gedröhne moderner Orgeln wieder zu Ehren. Im väterlichen Pfarrhaus aufgewachsen, machte er sich als lutherischer Theologe vor allem (aber nicht nur) um die Leben-Jesu-Forschung verdient, war dazu auch seelsorgerisch tätig. Dann erfuhr der Dreißigjährige den inneren Ruf, Missionsarzt zu werden. Nach langem Studium der Medizin ließ er sich 1913 im tropischen Lambarene nieder, das seine zweite Heimat bis zum Lebensende werden sollte - unterbrochen durch häufige Vortragsreisen, Konzertreisen und im ersten Weltkrieg durch lange Internierung in Frankreich. Seine Mission war Fürsorge für die hungernden und kranken Afrikaner, nicht "Bekehrung", und im Urwald erwuchs ihm seine ethische Forderung zur "Ehrfurcht vor dem Leben". In seiner Rede in Uppsala (1920) hat er sie als unser aller Aufgabe bezeichnet.

Aufnahme in den Orden 1954.