Alvar Aalto

Architekt

Geboren am 3. Februar 1898 in Kuortana, Finnland
Gestorben am 11. Mai 1976 in Helsinki, Finnland

Nach dem Studium in Helsinki eröffnete er ein eigenes Atelier und gewann nach ersten Erfolgen den 1. Preis für den Finnischen Pavillon für die Weltausstellung Paris, den er 1937 baute. Stadtplanerisch, architektonisch und gestalterisch setzte er in den folgenden Jahren weltweit neue Maßstäbe. Er fand ganz neuartige Lösungen und Formen. Er fügte seine Bauten so organisch der Landschaft ein, daß sie wie natürlich gewachsen erscheinen. Zweck und geistiger Hintergrund werden sichtbar. Für die Grundbaustoffe seiner Heimat: Granit, Holz, Kupfer, erfand er neue Verarbeitungen. Möbel, Beleuchtungen, selbst Textilien wurden mitgestaltet. Ob es sich um eine Holzfabrik zwischen Seen und Wäldern Finnlands mit einer Wohnsiedlung für Arbeiter handelt, in der diese zu einer Gemeinschaft zusammenwachsen, um ein Studentenwohnhaus am MIT in Boston, das sich mit einer großen Wellenlinie dem Gelände anschmiegt, um Rathäuser, Kulturhäuser in Helsinki, später in Wolfsburg oder um ein Hochhaus, das sich in Bremen inmitten üblicher Wohnblöcke wie ein Riesensegel erhebt: alle diese Bauten werden zu Wahrzeichen. Sie sind Gesamtkunstwerke, die in die Umgebung ausstrahlen und diese bereichern.

Sein meisterlicher Entwurf für die Oper in Essen (1. Preis), der im Modell wie ein riesiger Baumstumpf in dem umgebenden schönen Park steht, wird erst 20 Jahre nach seinem Tode unter Leitung von Architekt Deilmann und Aaltos zweiter Frau Elizza erbaut. Er war ein bezaubernder, ein eminent erfinderischer, ein bedeutender Mensch, und - so selten heute: immer heiter.

Aufnahme in den Orden 1969.