André Jean Festugière

Historiker

Geboren am 15. März 1898 in Paris, Frankreich
Gestorben am 13. August 1982 in Paris, Frankreich

In Paris geboren, machte er dort auch seine Gymnasialstudien, besuchte von 1918 an die "Ecole Normale Supérieur" und dann von 1920 bis 1922 die "Ecole Française" in Rom und in Athen. 1924 trat er in den Dominikanerorden ein, ohne sein Interesse an der Geisteswelt der Antike aufzugeben. Vielmehr bemühte er sich, das doppelte Erbe, des heidnischen Hellenismus und des christlichen Glaubens, miteinander zu verbinden, wie das sein 1932 erschienenes erstes Buch "Das religiöse Ideal der Griechen und das Evangelium" deutlich werden läßt.

1937 wurde er Docteur ès lettres an der Sorbonne auf Grund von zwei Doktorarbeiten über die Größten: Piaton und Aristoteles. 1942 wurde er zum Direktor der Studienabteilung für Religionswissenschaften der "Ecole Pratique des Hautes Etudes" ernannt, einer Institution, an der hochqualifizierte Wissenschaftler unterschiedlicher Weltanschauung zusammen tätig waren. Hier befaßte sich Festugière bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1969 weitgehend mit der Literatur und dem Denken der Griechen, die er mit der Strenge des Historikers untersuchte, ohne die Verehrung zu verbergen, die er für sie fühlte, noch die Lehren, die er daraus für seinen Glauben zog.

Von all seinen Schriften - 70 Bücher und 175 Artikel - sind neben seinen "Studien über die griechische und hellenistische Religion" besonders hervorzuheben das vierbändige "Corpus hermeticum", eine Ergänzung zu der ebenfalls vierbändigen "Offenbarung des Hermes Trismegistos", sowie seine Beschreibung über das "Heidnische und christliche Antiochien". Weltweite Anerkennung wurde ihm zuteil.

Aufnahme in den Orden 1963.