Annette Kolb

Schriftstellerin

Geboren am 2. Februar 1875 in München
Gestorben am 3. Dezember 1967 in München

Als Tochter eines bayerischen Gartenarchitekten und einer französischen Pianistin wuchs sie heran in einem Hause, in dem die Kultur beider Länder gepflegt und das von der Münchner Gesellschaft gerne besucht wurde. Ihr ganzes Leben lang versuchte sie, den hier erlebten Einklang auf die Beziehungen zwischen ihrem Vaterland Deutschland und ihrer zweiten Heimat Frankreich zu übertragen.

Schon früh begann sie zu schreiben. Den eigentlich literarischen Raum betrat sie jedoch 1913 mit dem Roman "Das Exemplar", für den sie noch im gleichen Jahr den Fontane-Preis erhielt. Daß ihre beiden geliebten Heimatländer sich im ersten Weltkrieg feindlich gegenüberstanden, veranlaßte sie, diese Zeit in der Schweiz zu verbringen. Zurückgekehrt nach Deutschland, entfaltete sie eine reiche schriftstellerische Tätigkeit in einer von Charme, Geist und liebevoller Ironie geprägten geschmeidigen Sprache. Hierzu zählen Romane wie "Daphne Herbst" und "Die Schaukel" ebenso wie die Biographien "Mozart", "Schubert", "König Ludwig II. und Richard Wagner".

Obschon sie noch 1932 mit dem Gerhart-Hauptmann-Preis ausgezeichnet worden war, mußte sie 1933 aus Deutschland fliehen. Ihr Weg führte sie über Paris, wo sie die französische Staatsbürgerschaft erhielt, und die Schweiz bis nach Amerika. Aber schon 1945 kehrte sie wieder nach Deutschland zurück und bemühte sich bis in ihr hohes Alter, als Romanschriftstellerin, Essayistin, Biographin und Übersetzerin der Völkerverständigung zu dienen. Hierfür erhielt sie 1959 das Große Bundesverdienstkreuz und 1962 den Goethepreis der Stadt Frankfurt. Hochbetagt starb sie im Jahr nach ihrer Aufnahme in den Orden.

Aufnahme in den Orden 1966.