Bartholomäus Kopitar

Slavist

Geboren am 23. August 1780 in Repnje (Oberkrain)
Gestorben am 11. August 1844 in Wien, Österreich

VITA

1810 Scriptor an der Hofbibliothek in Wien, 1844 1. Kustos und Hofrat.

Kopitar vertrat einen kulturpolitischen Austroslavismus. Schuf in dauernder Arbeitsgemeinschaft mit Joseph Dobrovsky die Grundlagen für die Erforschung der slavischen Kulturgeschichte auf Grund einer kritischen Verwertung der Sprachdenkmäler. Verfolgte fördernd das Lebenswerk des Vuk Stefanovic Karadzic. Stand in Verbindung mit Jacob Grimm. Begründete die von seinem Schüler Franz Xaver Miklosisch ausgebaute Wiener slavistische Schule.

Als junger Beamter der Wiener Hofbibliothek mit der Rückführung der 1809 von den Franzosen weggeführten Bücher und Handschriften betraut. Veröffentlichte 1808 eine "Grammatik der slavischen Sprache in Krain, Kärnthen und Steyermark". Hauptwerk: "Glagolita Chozianus" 1836, fundamentale Ausgabe eines Codex aus dem Besitze des Grafen Cloz zu Trient.

Kopitar hat sich zeitlebens geweigert, sich porträtieren zu lassen. Aus diesem Grunde verfügt die Nachwelt über kein Bild des Gelehrten.

Aufnahme in den Orden 1842.