Bernard Andreae

Archäologe

Geboren am 27. Juli 1930 in Graz, Österreich
 

Als Sohn eines Schiffsreeders und Wirtschaftswissenschaftlers wuchs Andreae in Gießen auf. Nach dem Abitur studierte er 1949-1955 Altertumswissenschaften in Marburg, wo er 1954 promoviert wurde, und in Rom. Nach Wahrnehmung eines langzeitigen Reisestipendiums zu den Antikenstätten des Mittelmeergebietes habilitierte er sich 1962 in Bonn. 1965 übernahm er eine Professur in Bochum, wo er eine Abgusssammlung und eine Kunstsammlung einrichtete. 1978 ging er nach Marburg, 1984-1995 war er Erster Direktor des Deutschen Archäologischen Instituts in Rom. Andreae beteiligte sich an Ausgrabungen in Pergamon, Rom, Süditalien, Etrurien und Ephesos. Unter seiner Leitung erfolgten die Unterwasserausgrabungen im versunkenen Kaiserpalast von Baiae im Golf von Neapel. Besondere Aufmerksamkeit erregte seine Rekonstruktion und Erklärung des in Marmor gehauenen Odysseus-Mythos in der Grottenvilla des Tiberius bei Sperlonga. Als Herausgeber von Sammel-Corpora (Sarkophagreliefs, minoische und mykenische Siegel, Bildkatalog der Vatikanischen Museen), durch Einzelbeiträge sowie durch Übersichtswerke hat er Anteil am heutigen Antikenbild.

Aufnahme in den Orden 1991.