Eberhard Jüngel

Theologe

Geboren am 5. Dezember 1934 in Magdeburg
 

Eberhard Jüngel, einen Tag vor dem Abitur als "Feind der Republik" vom Magdeburger Gymnasium relegiert, studierte von 1953 bis 1959 an den Kirchlichen Hochschulen in Naumburg/Saale und in Berlin sowie an den Universitäten Zürich und Basel. 1961 Promotion, 1962 Ordination und Habilitation. Bis 1966 Dozent für Neues Testament und Dogmatik in Berlin. 1966-1969 Ordinarius für Systematische Theologie und Dogmengeschichte an der Universität Zürich. Seit 1969 Ordinarius für Systematische Theologie und Religionsphilosophie und Direktor des Institutes für Hermeneutik an der Universität Tübingen. Seit 1987 Ephorus des Tübinger Stifts. Seit 1981 Vorsitzender des Theologischen Ausschusses der EKU, seit 1981 Mitglied der Synode der EKD, seit 1989 Vorsitzender der Kammer für Theologie und seit 1992 Mitglied der Kammer für öffentliche Verantwortung der EKD. Seit 1985 Mitglied des Staatsgerichtshofes des Landes Baden-Württemberg.

Zahlreiche Buchveröffentlichungen, darunter "Paulus und Jesus" (1962), "Gott als Geheimnis der Welt" (1975), "Das Evangelium von der Rechtfertigung des Gottlosen" (1998). Seine — auch von der Auseinandersetzung mit dem Marxismus geprägte — ökumenisch orientierte Theologie versucht eine verantwortliche Neuorientierung der Rede von Gott zwischen Theismus und Atheismus.

Aufnahme in den Orden 1992.
Kanzler des Ordens von 2009 bis 2013.