Egon Eiermann

Architekt

Geboren am 29. September 1904 in Neuendorf (Brandenburg)
Gestorben am 19. Juli 1970 in Baden-Baden

Geboren in der Nähe von Berlin, fühlte er sich lebenslang als Berliner und schuf für diese Stadt mit der neuen Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ein Wahrzeichen.

Nach Abschluß des Studiums bei Poelzig 1927 wagte er in wirtschaftlich schwieriger Zeit die Gründung des eigenen Büros und baute Wohnhäuser in und um Berlin. Die nach 1933 verordnete Staatsarchitektur lehnte er ab und baute für die Industrie, um seine Ideen über sauberes Konstruieren, Sichtbarmachung der Funktion, Einbindung in die städtebauliche Situation und Topographie verwirklichen zu können. 1947 wird er Ordinarius an der Technischen Hochschule in Karlsruhe. Mit dem Fleiß, der aus dem Begabten das Genie werden läßt, löst er die großen Aufgaben, die auf ihn zukommen: Industriebauten wie die Weberei Blumberg, mit Sep Ruf und Walter Rossow den deutschen Pavillon der Weltausstellung in Brüssel, der der Welt ein verändertes Deutschland vorstellte. Alle seine Bauten zeigen seine schöpferische Kraft und Selbstdisziplin. Möbel, Textilien, Lampen gestaltet er mit. Seine Verwaltungsgebäude (wie z. B. das Abgeordnetenhochhaus in Bonn), die in den Hang eingefügte Deutsche Botschaft in Washington D. C. und seine Wohnbauten von fast südländischer Leichtigkeit machen ihn berühmt.

Er begeisterte seine Schüler, prägte eine ganze Generation junger Architekten. Sie verehrten und liebten den Menschen, der seinen Lehrstuhl an der Universität Karlsruhe zum Meisteratelier werden ließ, um gemeinsam mit ihnen an Wettbewerben und Projekten zu arbeiten.

Aufnahme in den Orden 1970.