Erich Heckel

Maler und Graphiker

Geboren am 31. Juli 1883 in Döbeln (Sachsen)
Gestorben am 27. Januar 1970 in Hemmenhofen (bei Radolfzell)

In Dresden beginnt 1904 seine Ausbildung mit einem Architekturstudium. Bekanntschaft mit Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff (1956) und Fritz Bley. Sie gründen 1905 zusammen die Künstlergruppe "Brücke".

Nach Aufgabe des Architekturstudiums lebt er nur noch der Malerei und Graphik. 1911 Übersiedlung nach Berlin und 1913 - nach Auflösung der Gruppe - in die Flensburger Förde. Im Kriege Einsatz beim Roten Kreuz in Belgien. 1918 Rückkehr nach Berlin. Reisen durch Europa. Nach 1933 Verfemung als "entarteter Künstler", jedoch kein generelles Arbeitsverbot. Nach dem zweiten Weltkrieg 1949-1955 Lehrer an der Karlsruher Hochschule der Bildenden Künste.

Wie allen Künstlern der Brücke ging es ihm um eine Kunst, die subjektiven Gefühlswerten starkfarbig Ausdruck gab, dabei das Gegenständliche abstrahierend vereinfachte bis hin zum Plakativen, ohne Scheu vor perspektivisch Verzerrtem. Anfangs waren Bilder von extremen, intensiven Färb- und Lichtwerten gestaltet, später wurde die Farbbehandlung unter einer Verdeutlichung des Bildraums ruhiger. Neben Akt- und heitere Landschaftsdarstellungen traten düstere Szenen aus der Zirkuswelt und Darstellungen der menschlichen Tragik. Heckel legte nun weniger Wert auf Äußerlichkeit als auf Charakterisierung des Nichtsichtbaren, des Innerlichen und der psychischen Spannungen. Auf seinen zahlreichen Reisen malte er Landschafts- und Städtebilder, die oft von einem erhöhten Standpunkt aus mit Tiefenwirkung gestaltet waren. Im Alterswerk herrscht das Aquarell vor mit Hinwendung zum Lyrisch-Ausgewogenen und Genrehaften. Während des ganzen Lebens war seine Malerei begleitet von einer bedeutenden graphischen Arbeit.

Aufnahme in den Orden 1967.