Ernst Robert Curtius

Romanist

Geboren am 14. April 1886 in Thann (Elsaß), Frankreich
Gestorben am 19. April 1956 in Rom, Italien

Erneuerer der romanischen Philologie über ein ausschließlich sprachwissenschaftliches und begrenzt literarhistorisches Fach hinaus zu einer umfassenden, sowohl die mittelalterlichen lateinischen oder vulgärsprachlichen Texte wie auch die moderne Literatur einschließenden Disziplin von weltmännischem Zuschnitt.

Als Schüler des in Straßburg wirkenden Gustav Gröber, Herausgeber der "Quatre Livre des reis" (1910), seit 1914 Privatdozent in Bonn, seit 1924 Ordinarius in Heidelberg, seit 1929 wieder in Bonn. Bis dahin widmete er sich dem Studium der zeitgenössischen Literatur Frankreichs ("Die literarischen Wegbereiter des neuen Frankreich", 1919, "Französischer Geist im neuen Europa", 1925), schrieb eine Balzac-Monographie (1923). Dann wandte er sich mittelalterlichen Themen zu, die zu seinem monumentalen Hauptwerk "Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter" (1948) führten.

Dr. iur. h. c. (Glasgow), Dr. phil. h. c. (Sorbonne). Träger des Lessingpreises der Stadt Hamburg (1950).

Aufnahme in den Orden 1952.