Feodor Lynen

Biochemiker

Geboren am 6. April 1911 in München
Gestorben am 6. August 1979 in München

Feodor Lynen hat sein wissenschaftliches Leben in München verbracht. Er studierte dort, habilitierte sich und wurde Universitätsprofessor sowie Direktor eines Max-Planck-Instituts. Er war verheiratet mit Eva Lynen, der Tochter seines Lehrers Heinrich Wieland (1952).

Lynen war ein Architekt der klassischen Biochemie. Ausgehend von Arbeiten über die Hefeatmung kam er zur aktivierten Essigsäure, deren Struktur und Funktionsweise als ein zentrales Zwischenprodukt des Stoffwechsels er aufklärte. Mit der Fettsäuresynthetase fand er den ersten genau definierten Multienzymkomplex und mit dem Carboxybiotin einen entscheidenden Cofaktor von Carboxylierungsreaktionen, die auch bei der Synthese der Fettsäuren eine Rolle spielen. Die konsequente Verfolgung des Weges von der Essigsäure zum Cholesterin führte Lynen zum Isopentenylpyrophosphat, dem universalen Baustein der Terpene, Steroide und anderer aus verzweigten Kohlenstoffgerüsten bestehenden Naturstoffen. Untersuchungen über die Regulation des Fettstoffwechsels und der Cholesterinsynthese waren Meilensteine der biomedizinischen Grundlagenforschung. Durch den Stil seiner Forschung und durch seine Persönlichkeit hat Lynen die deutsche Biochemie der Nachkriegszeit geprägt.

Lynen war vielfacher Ehrendoktor, Mitglied mehrerer Akademien und Ehrenmitglied wissenschaftlicher Gesellschaften. 1964 erhielt er den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin.

Aufnahme in den Orden 1971.