Friedrich August Kekulé von Stradonitz

Chemiker

Geboren am 7. September 1829 in Darmstadt
Gestorben am 13. Juli 1896 in Poppelsdorf (heute Bonn)

VITA

Professor der Chemie an den Universitäten Gent (1858-1867) und Bonn (1867-1896).

August Kekulé, begabt mit einer architektonisch schöpferischen Phantasie, ist einer der genialen Begründer der modernen Chemie des 19. Jahrhunderts. Seine Einblicke in den strukturellen Aufbau der Kohlenstoffverbindungen führten zur Neuordnung der gesamten organischen Chemie und trugen entscheidend zur Entwicklung der chemischen Industrie bei.

Kekulé war Schüler von Liebig (1851) in Gießen, von Dumas (1855), Wurtz und Gerhardt in Paris und gewann Anregungen durch Stenhouse und Williamson in London. Kurz nach seiner Habilitation in Heidelberg (1856) erregte er bereits Aufsehen durch die Untersuchung des Knallquecksilbers, aus der sich seine bedeutendsten Leistungen in rascher Folge entwickelten: 1857 begründete Kekulé die Lehre von der Vierwertigkeit des Kohlenstoffatoms und dessen Fähigkeit, sich mit sich selbst zu verbinden. Damit schuf er die Basis der modernen Strukturchemie. 1865 erschienen seine Vorstellungen über die Sechsringstruktur des Benzols. Die "Kekulesche Benzolformel" bildet das strukturelle Grundelement aller aromatischen Kohlenstoffverbindungen und wurde zu einem Wahrzeichen der modernen organischen Chemie.

Aufnahme in den Orden 1893.