Friedrich Christoph Schlosser

Historiker

Geboren am 17. November 1776 in Jever (Ostfrieslamd)
Gestorben am 23. September 1861 in Heidelberg

VITA

1792 Hauslehrer in Jever, 1812 Lehrer und Bibliothekar in Frankfurt/ Main, 1817 Professor in Heidelberg.

Schlosser setzte im frühen 19. Jahrhundert die große Tradition der aufgeklärten Universalhistorie fort. In ihrem Geiste schrieb er seine Weltgeschichte (1816-1824, unvollendet) und die popularisierende "Weltgeschichte für das deutsche Volk" (1844-1856), die weite Verbreitung im liberalen Bürgertum fanden. Von größerer wissenschaftlicher Bedeutung war seine "Geschichte des 18. und des 19. Jahrhunderts bis zum Sturz des französischen Kaiserreichs" (1836-1849), eine Darstellung der Zeit, die als die geistige Heimat Schlossers bezeichnet werden kann. Schlosser stand weder Rankes universalhistorischem Konzept von den großen Mächten noch der politischen Historiographie des norddeutschen Liberalismus nahe, vielmehr war und blieb er ein Schüler von Kants kritischer Philosophie und rigoroser Ethik, an deren Maßstäben er die Gestalten und Ereignisse der Geschichte maß.

Aufnahme in den Orden 1860.