Friedrich Meinecke

Historiker

Geboren am 30. Oktober 1862 in Salzwedel (Altmark)
Gestorben am 6. Februar 1954 in Berlin

Nach Studium in Berlin bei Droysen, v. Sybel (1874), Koser (1912), v. Treitschke (1887), Mommsen (1868) Eintritt in den preußischen Archivdienst (1887), o. Professor in Berlin (1899), Straßburg (1901), Freiburg/Br., (1906), seit 1914 bis zur Emeritierung wieder in Berlin. Ab 1894 durch vier Jahrzehnte Leitung der "Historischen Zeitschrift", 1928 Vorsitzender der neu gegründeten Historischen Reichskommission. Nach deren Auflösung durch das nationalsozialistische Regime 1935 lebte Meinecke zurückgezogen nur seiner wissenschaftlichen Arbeit. 1948 wurde er erster Rektor der unter seiner Mitwirkung gegründeten Freien Universität Berlin.

Bedeutung und breite Wirkung Meineckes beruhen auf seinen großen ideengeschichtlichen Werken: "Weltbürgertum und Nationalstaat", "Die Idee der Staatsraison in der neueren Geschichte", "Die Entstehung des Historismus". Es sind Wanderungen von Gipfel zu Gipfel, von Denker zu Denker, feingesponnene Nachvollziehungen dessen, was Andere — in der Spannung zwischen Wünschbarkeit und Wirklichkeit — gedacht hatten. Durch den Ersten Weltkrieg in seiner "sonnigen Auffassung der Macht" gründlich gewandelt, suchte er, sich, seine Schüler und Zunftgenossen mit der Niederlage von 1918 wie mit der Demokratie zu versöhnen. Nach dem Zusammenbruch 1945 lehrte er wieder und blieb wie in der ganzen Zeitspanne seines Wirkens in seltener geistiger Wachheit ein, wenn nicht starker, so doch redlicher und ahnungsvoller Berater seiner Nation.

Aufnahme in den Orden 1952.