Fritz Kortner

Schauspieler und Regisseur

Geboren am 13. Mai 1892 in Wien, Österreich
Gestorben am 22. Juli 1970 in München

Ausbildung an der Akademie für Musik und Darstellende Kunst in Wien sowie Unterricht bei dem Burgschauspieler Ferdinand Gregori. 1910 erstes Engagement in Mannheim, dem bereits nach einem Jahr Berlin mit den Reinhardt-Bühnen folgte. Diese Stadt wurde, nach kurzen Zwischenspielen in Wien, Dresden und an den Hamburger Kammerspielen unter Erich Engel, seine künstlerische Heimat. Dort spielte er vor allem am Staatlichen Schauspielhaus unter Leopold Jessner und an den Barnowsky-Bühnen. In den Rollen Shakespeares, Schillers und Wedekinds begründete er seinen Ruf als überragender Charakterdarsteller und zählte bald zu den großen Schauspielern im deutschen Stumm- und Tonfilm.

Das Aufkommen der Hitler-Ära zwang Kortner, Deutschland zu verlassen. Er emigrierte mit seiner Familie nach London, ging 1937 nach New York und später nach Hollywood, wo er aber keine Erfüllung seiner künstlerischen Ansprüche fand. 1947 kehrte er nach Deutschland zurück. Seine erste Arbeit war der Film "Der Ruf". 1949 inszenierte er die Uraufführung seiner Komödie "Donauwellen" an den Münchner Kammerspielen. Danach erstes Wiederauftreten als Schauspieler in seiner Inszenierung von Strindbergs "Der Vater". Diese beiden Regietaten wurden Sensationen, sein kritischer Realismus lehrte eine neue Art, die Wahrheit im Stück ans Licht zu bringen. Von da an über vierzig Inszenierungen an den beiden großen Münchner Bühnen, am Berliner Schillertheater, am Schauspielhaus Hamburg und am Wiener Burgtheater.

1959 veröffentlichte Kortner seine Memoiren "Aller Tage Abend". Zahlreiche große Auszeichnungen wurden ihm zuteil.

Aufnahme in den Orden 1970.