Fritz Stern

Historiker

Geboren am 2. Februar 1926 in Breslau
Gestorben am 18. Mai 2016 in New York City (New York), USA

1926 in Breslau geboren, wo sein Vater als Mediziner und in enger freundschaftlicher Verbindung mit Fritz Haber tätig war, und 1938 mit seinen Eltern in die USA emigriert, wird Stern in seiner Generation zu einem der führenden amerikanischen Historiker, deren Leben und Werk vor allem der neueren deutschen Geschichte und ihren Schicksalsfragen gewidmet ist.

Nach einem Studium an der Columbia University und vorübergehender Tätigkeit an der Cornell University wird Stern Associate und Full Professor für Europäische Geschichte in Columbia, wo er die angesehene Seth Low Professur (1967-1992) und schließlich den Rang eines über den Departments stehenden University Professor erhält.

Aus seinem umfangreichen Œuvre ragen mehrere Werke hervor: die Analyse des Kulturpessimismus des Kaiserreichs als vorbereitenden Grund für die NS-Ideologie des Dritten Reiches ("The Politics of Cultural Despair", 1961, "Kulturpessimismus als politische Gefahr", 1963), die Darstellung des deutsch-jüdischen Verhältnisses im Zusammenspiel zweier herausragender Gestalten, Bismarcks und seines Bankiers Bleichröder ("Gold and Iron", 1977, deutsch 1978), "Der Traum vom Frieden und die Versuchung der Macht. Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert" (1988). Seine Essays sind wegen ihres souverän-klärenden Charakters geschätzt (Sammlungen: "Verspielte Größe", 1996, "Das feine Schweigen", 1999). Eine Mischung von deutscher Geschichte und eigenem Leben erschien 2006: Five Germanys I Have Known (Fünf Deutschland und ein Leben, 2007). Im Jahre 2010 erschien Helmut Schmidt - Fritz Stern: Unser Jahrhundert.

Am 20. Juli 2010 hielt Fritz Stern die Gedenkrede im Bendlerblock im Andenken an die Opfer des Versuches des 20.07.1944. 

Aufnahme in den Orden 1994.