Fritz Winter

Maler

Geboren am 22. September 1905 in Altenbögge (Westfalen)
Gestorben am 1. Oktober 1976 in Dießen (Ammersee)

Als Sohn eines Bergmanns westpreußischer Herkunft begann er 1919 eine Ausbildung als Elektriker und arbeitete seit 1926 in diesem Beruf unter Tage. Von 1927 bis 1930 studierte er bei Klee, Kandinski und Schlemmer am Bauhaus und übernahm 1931 selbst eine Lehrtätigkeit in Halle/Saale. Die Bekanntschaft mit Naum Gabo 1930 regte ihn zu Raumkonstruktionen an. Seit 1933 verfemt, 1937 mit Malverbot bedacht, lebte er dann in München und am Ammersee und wurde 1939 als Soldat eingezogen. Während eines Genesungsurlaubs entstand 1944 eine Serie von Blättern auf ölimprägniertem Schreibmaschinenpapier unter dem Titel "Triebkräfte der Erde", mit abstrakten, höchst sensiblen Kompositionen. Erst 1949 kehrte er aus russischer Gefangenschaft zurück und wurde mit kalligraphischen Abstraktionen Mitbegründer der Gruppe Zen.

Seine Malerei wurde als Signum der Zeit verstanden. Seine Bildvorstellung führt von der Erscheinung zur Deutung, vom Gesicherten zum Wagnis. In seinem Werk fehlt die Gestalt des Menschen, aber das Bedrohtsein des Menschen und seine Angst kommen vor allem in den an Gitter erinnernden Formen eindringlich zum Ausdruck. Er malt nicht, was er sieht, sondern was er erahnt, erfühlt, erlauscht. So reißen das schwebende Hintereinander der Tonschichten und ihr gegenseitiges Durchdringen nicht perspektivische, sondern magische Tiefen auf.

Seine Leistungen wurden durch zahlreiche Preise und Auszeichnungen des In- und Auslands gewürdigt, u. a. mit dem Großen Bundesverdienstkreuz mit Stern.

Aufnahme in den Orden 1972.