George von Hevesy

Chemiker und Physiker

Geboren am 1. August 1885 in Budapest, Ungarn
Gestorben am 5. Juli 1966 in Freiburg (Breisgau)

George von Hevesy - oder de Hevesy - entstammte der gehobenen intellektuellen jüdischen Schicht der Donaumonarchie. Sein Vater war Hofrat, seine Mutter die Tochter des Barons Schosberger. Früh kam der Ungar nach Deutschland. Er promovierte 1908 in Freiburg im Breisgau, arbeitete ein Jahr als Assistent an der Technischen Hochschule in Zürich und ging dann nach Manchester, wo er als Schüler von Lord Rutherford seine Forschungen fortsetzte. Er wurde 1913 zum Privatdozenten und 1918 zum Professor der Physik in Budapest ernannt, ging aber schon 1919 nach Kopenhagen, um in Niels Bohrs (1954) Institut für Theoretische Physik zu arbeiten. In Dänemark blieb er bis 1926. In diesem Jahre nahm er eine Berufung auf den Lehrstuhl für Physikalische Chemie in Freiburg an, verbrachte aber schon 1930 ein Jahr als visiting professor in der Cornell University, Ithaca, New York. 1934 mußte er wegen seiner jüdischen Herkunft Deutschland verlassen. Sechs Jahre bot ihm Dänemark eine Zuflucht. Nach der deutschen Besetzung 1940 ging er nach Schweden, wo er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Stockholmer Institut für Organische Chemie und Biochemie bis zu seinem Tode tätig war. George von Hevesys wissenschaftliche Leistung umfaßte mehrere wichtige Fragen im neugeöffneten Grenzgebiet zwischen organischer Chemie und Physik im traditionellen Sinne. Den Nobelpreis in Chemie (1944) erhielt er in erster Linie als Anerkennung seiner Arbeiten über die Verwendung von radioaktiven Isotopen als Indikatoren bei chemischen und physiologischen Prozessen. Er wurde mit zahlreichen hohen Auszeichnungen geehrt.

Aufnahme in den Orden 1957.