Gerhart Hauptmann

Dichter

Geboren am 15. November 1862 in Bad Salzbrunn (Niederschlesien)
Gestorben am 6. Juni 1946 in Agnetendorf (Schlesien)

VITA

Nach gescheiterten Versuchen in Breslau und Rom als Bildhauer (1880-1884) Beginn der literarischen Arbeit, erste Erfolge mit den Dramen "Vor Sonnenaufgang" (1889) und "Die Weber" (1892).

In seinem langen Leben hat Gerhart Hauptmann mit unermüdlicher Schöpferkraft ein fast unübersehbar reiches Werk geschaffen, zu dem große, teils realistische, teils mythisch-hintergründige Romane ("Atlantis", "Der Ketzer von Soana", "Die Insel der großen Mutter"), breit angelegte Epen ("Till Eulenspiegel") und Dramen ganz verschiedenen Stils gehören. Sein bleibender Ruhm gründet aber wohl auf seinen frühen Bühnenwerken. Da scheint er zunächst im Banne Ibsens zu stehen. Indem er sich aber vor allem den niederen Ständen zuwendet, in denen das Leben noch weniger von Skepsis und gesellschaftlichen Rücksichten bestimmt ist, wird es ihm möglich, unter Wahrung des naturalistischen Prinzips, das Anschwellen und den Ausbruch mächtiger Leidenschaften zu gestalten und so manchmal — schon in den "Webern" (1892), aber vor allem in "Fuhrmann Henschel" (1898) und "Rose Bernd" (1903) — eine Wirkung zu erzielen, deren Gewalt, unter ganz anderen Voraussetzungen, geradezu an die antike Tragödie erinnert und sich gegen allen Wandel des Geschmacks immer wieder durchsetzen dürfte.

1912 Nobelpreis für Literatur. Ehrendoctor von Oxford (1905), Leipzig (1909), Prag (1921), Columbia USA (1932).

Aufnahme in den Orden 1923.