Hans Hartung

Maler

Geboren am 21. September 1904 in Leipzig
Gestorben am 8. Dezember 1989 in Antibes (Dep. Alpes-Maritimes), Frankreich

Aufgewachsen in Leipzig als Kind eines kunst- und musikliebenden Arzt-Elternhauses. Er musiziert, singt im Thomanerchor, denkt an ein Theologiestudium, entscheidet sich jedoch 1924 für ein Studium der Philosophie und Kunstgeschichte an der Universität Leipzig. Besucht daneben auch die Kunstakademie. Er zeichnet, malt, aquarelliert und erkennt: er muß Maler werden. 1925 hört er einen Vortrag von Kandinsky über abstrakte Kunst und malt fortan nur abstrakt. Nicht in der Nachfolge Kandinskys, sondern in seiner ganz eigenen Weise. Studien in Paris und Reisen in Europa folgen. Dann beginnt sein schwerer Schicksalsweg: Flucht nach Frankreich, staatenlos, zweimal Fremdenlegion, gegen Kriegsende Freiwilliger in der französischen Armee. Schwer verwundet, Beinamputation. 1942 nach sechsjähriger Unterbrechung Wiederaufnahme der Malerei unter schwierigsten äußeren Bedingungen. Aber er bleibt sich treu. 1946 erhält er die französische Staatsbürgerschaft. 1948 erste Ausstellung in Basel. Brüssel, Paris, Hannover, Stuttgart, Berlin, Hamburg und viele andere folgen. Das Eis ist gebrochen. Auf einem herrlichen Grundstück bei Antibes werden für ihn und seine Frau Eva-Maria Bergmann nach eigenen Plänen zwei Ateliers gebaut. Ehrungen und Preise häufen sich.

Die mit ihm zusammen von seiner Heimatstadt Leipzig für 1990 geplante große Ausstellung erlebte er nicht mehr.

Aufnahme in den Orden 1977.