Henry Moore

Bildhauer

Geboren am 30. August 1898 in Castlefort (Yorkshire), Großbritannien
Gestorben am 31. August 1986 in Much Hadham (Hertfordshire), Großbritannien

Geboren wurde er als siebtes Kind einer Bergmannsfamilie. Von diesem einfachen, aber liebevollen Ursprung führt sein Weg direkt zum Weltruhm. Alles hat er sich selbst erarbeitet. Seinen Weg ist er aufrecht, zielbewußt und ohne Umschweife gegangen. Als Genie setzte er sich durch und überwand alle Hindernisse. Ein frühes Zeugnis seiner sozialen Verwurzelung sind die erschütternden Zeichnungen ("shelterdrawings") von den verängstigten, übermüdeten Menschen, die während des zweiten Weltkriegs in den Londoner Untergrund-Bahnschächten Schutz vor deutschen Bomben suchten.

Sein eigentliches Feld ist aber die Skulptur. Zwei Hauptthemen fesseln ihn lebenslang: "Die Liegende" und "Mutter und Kind". In immer neuem Angehen spürt er den Geheimnissen der weiblichen Figur nach. Er findet Zugang zu Quellen, die den meisten verborgen bleiben, und legt in aufregendem Wechselspiel von Wölbungen und Hohlformen Urkräfte frei. So werden seine Abbilder immer mehr zu Urbildern, die vielen Menschen vertraut sind und denen gleichen, die sie unbewußt in ihrem Innern tragen. Diese Erfahrungen erleben auch ganz einfache Menschen, die sonst keinen Zugang zu zeitgenössischer Kunst haben. Seine Arbeiten finden großen Widerhall. Man begegnet seinen unverwechselbaren Schöpfungen vor repräsentativen Bauten - Parlamenten, Rathäusern, Banken -, auf wichtigen Plätzen der Großstädte und - vielleicht am schönsten - in freier Landschaft. Moore wurde in aller Welt berühmt und geehrt, was er mit viel Gelassenheit und etwas Erstaunen über sich ergehen ließ.

Aufnahme in den Orden 1972.