Imre Kertész

Schriftsteller

Geboren am 9. November 1929 in Budapest, Ungarn
Gestorben am 31. März 2016 in Budapest, Ungarn

Kertész wurde noch als Kind (1944) in das KZ Auschwitz-Birkenau deportiert und von dort direkt weiter in das KZ Buchenwald. Seit seiner Befreiung bearbeitet er in seinem Werk sowohl diese Zeit und die Hintergründe des Terrors als auch das Leben danach bis in die Gegenwart, im Schatten der Shoah.

1960 begann er an dem "Roman eines Schicksallosen" zu schreiben, der 1975 erschien und zunächst ohne die ihm gebührende Resonanz blieb, ein Phänomen, das Imre Kertész in dem Buch "Das Fiasko" bearbeitet hat. 1990 erschien "Kaddisch für ein nicht geborenes Kind".

Diese in einer zu Herzen gehenden, unprätentiösen Sprache geschriebene "Trilogie der Schicksallosigkeit" gehört zu den Schlüsselwerken über das furchtbare Geschehen in der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Nach einem Band mit Erzählungen ("Die englische Flagge" 1991) veröffentlichte Kertész 1992 das "Galeerentagebuch" (1995), das Aufzeichnungen aus drei Jahrzehnten von 1961-1991 umfasst.

Seine Essays erschienen unter dem Titel "Eine Gedankenlänge Stille, während das Erschießungskommando neu lädt". Sein 1998 erschienenes Buch "Ich — ein anderer" ist eine persönliche Chronik der Wende.

Aufnahme in den Orden 2000.