Jean-Baptiste André Dumas

Chemiker

Geboren am 16. Juli 1800 in Alais (Dép. Gard), Frankreich
Gestorben am 11. April 1884 in Cannes, Frankreich

VITA

Professor an der École Polytechnique, Paris (1835 bis 1841). Professor an der Sorbonne seit 1841. — Landwirtschafts- und Handels- sowie Erziehungsminister (1849 bis 1851) — Präsident des Conseil Municipal von Paris (1855 bis 1859) — Mitglied des Institut de France und der Académie Française.

Dumas' bedeutendste Leistungen liegen auf dem Gebiet der Atomgewichtsbestimmungen und der vergleichenden quantitativen Analyse. Er entwickelte ein Verfahren zur Bestimmung der Dampfdichte gasförmiger Verbindungen und des Stickstoffgehalts organischer Stoffe. Aus der Dampfdichte der Halogenide des Phosphors, Arsens, Bors, Zinns und Siliciums leitete er die noch heute gültige Formel dieser Verbindungen und das richtige Atomgewicht von Phosphor, Arsen und Bor ab. Dumas bereicherte die organische Chemie durch die Entdeckung zahlreicher neuer Verbindungen. Auf ihn geht der durch umfangreiche experimentelle Arbeiten begründete Begriff der "Substitution" für den Ersatz von Wasserstoff in organischen Verbindungen durch andere Atome oder Atomgruppen zurück.

Groß sind Dumas' Verdienste um den Chemieunterricht an der Universität. Er gab als erster französischer Hochschullehrer praktische Laboratoriumskurse und verfaßte ein umfangreiches Werk "Traité de Chimie appliquée aux Arts" in 8 Bänden (1828-1848).

Aufnahme in den Orden 1855.