Jean Victor Poncelet

Mathematiker

Geboren am 1. Juli 1789 in Metz, Frankreich
Gestorben am 22. Dezember 1867 in Paris, Frankreich

VITA

1808-12 Studium an der École polytechnique in Paris und der Militärakademie in Metz. Seine militärische Laufbahn, als Pionieroffizier begonnen, beendete er als General. 1822 erscheint sein mathematisches Hauptwerk "Tratte des propriétés projectives des figures", 1838 bis 1848 Professor der Mechanik an der Universität Paris.

Während der Gefangenschaft zu Saratow an der Wolga, begann Poncelet 1812 zur Erleichterung seines harten Loses das von ihm früher Gelernte aus der Mathematik sich ohne Bücher ins Gedächtnis zurückzurufen. In dieser Zeit entwickelte er dann vollkommen selbständig neue Ideen zur projektiven Geometrie, welche wesentlich über die Entdeckungen von Desargues und Pascal aus dem 17. Jahrhundert hinausführen. Dabei wird das Prinzip der Dualität von entscheidender Bedeutung. Nachdem seine originellen Gedanken durch die 1822 erfolgte Veröffentlichung bekannt geworden waren, hatten sie ganz erheblichen Einfluß auf die weitere Entwicklung des geometrischen Denkens, vor allem auf Anwendung der Invariantentheorie. Durch Poncelet ist die projektive Geometrie im vorigen Jahrhundert zu einem Lehrgebäude von besonderer Schönheit geworden, das im Gegensatz zu den meisten anderen Teilen der Mathematik wirklich zur Vollendung gelangt ist.

Aufnahme in den Orden 1863.