Johann König von Sachsen

Sprachforscher (Italianistik)

Geboren am 12. Dezember 1801 in Dresden
Gestorben am 29. Oktober 1873 in Dresden

VITA

Der vielfach musisch und wissenschaftlich interessierte Prinz lernte auf seiner ersten italienischen Reise eine Ausgabe Dantes kennen, die ihm den Anstoß zu intensiver Beschäftigung mit Dante und der sonstigen italienischen Literatur gab. Nach einer weiteren Reise durch Italien (1838) veröffentlichte er unter dem Pseudonym Philalethes ("Wahrheitsfreund") in drei Bänden eine sorgfältige Übersetzung von Dantes "Divina Commedia" (1839-49), die er mit einem wertvollen historischen, philosophischen und theologischen Kommentar versah. Dank diesem Werk ist er ein glanzvoller Name in der deutschen Italianistik geblieben. Neben weiteren, vornehmlich der Antike geltenden Studien und sprachwissenschaftlichen Arbeiten, die u. a. das Sanskrit betrafen, entfaltete er eine lebhafte Tätigkeit in der Staatsverwaltung und Politik. Er, der im Kreise seiner fürstlichen Kollegen als "Der Gelehrte" galt, bestieg 1854 nach dem Tod seines Bruders den sächsischen Königsthron und beteiligte sich in den folgenden Jahren fruchtbringend an der deutschen Politik. 1866 noch an der Seite Österreichs trat er dem Norddeutschen Bund bei und riet 1870 zum Frieden. 1871 befürwortete er die Gründung des Deutschen Reiches. Da er seine vielfachen Pflichten aufs loyalste erfüllt hatte, wurde er allgemein betrauert, als er 1873 starb.

Aufnahme in den Orden 1869.