Karl Jaspers

Philosoph

Geboren am 23. Februar 1883 in Oldenburg
Gestorben am 26. Februar 1969 in Basel, Schweiz

Nach einer zunächst medizinischen Ausbildung wurde er Assistent an der Psychiatrischen Klinik in Heidelberg. Von hier hat er mit seinem Werk "Allgemeine Psychopathologie" aus dem Jahre 1913, das in zahlreichen Auflagen erschienen ist, die deutsche Psychiatrie in Forschung und Lehre jahrzehntelang maßgeblich bestimmt. Als er 1920 in das Lehrfach der Philosophie wechselte, hatte er sich gegen den in Heidelberg herrschenden Neukantianismus und die Wertphilosophie durchzusetzen. Er genoß den Ruf, als Lehrer der Philosophie eine ungewöhnliche und überlegene Figur darzustellen. Das prägt sich 1919 auch in seinem ersten philosophischen Hauptwerk "Psychologie der Weltanschauungen" aus. Darin überschritt er den Umkreis der Schulphilosophie bei weitem. Vor allem machte er darin Kierkegaard bekannt, und später Nietzsche, die beide außerhalb der "Schule" standen. Nach langen Jahren akademischer Lehrtätigkeit trat er im Jahre 1930 mit dem Göschen-Bändchen 1000 unter dem Titel "Die geistige Situation der Zeit" als Diagnostiker der Epoche hervor. Ihm folgte 1932 sein dreibändiges Hauptwerk "Philosophie". Er analysierte darin die von den Wissenschaften geleistete Weltorientierung und vollzog an den Grenzsituationen alles Wissens den Schritt in die "Existenzerhellung". Zahlreiche Bücher und Sonderveröffentlichungen erschienen später in diesem thematischen Umfeld. Im Dritten Reich seines Amtes enthoben, war er beim ersten Wiederaufbau der Heidelberger Universität führend tätig. 1948 folgte er einem Ruf nach Basel und begleitete von dort aus die Probleme des Wiederaufbaus des durch den zweiten Weltkrieg verwüsteten Europa - mit der kritischen Stimme des Moralisten. Neben Heidegger stellt er eine der bedeutendsten Figuren der Philosophie des 20. Jahrhunderts dar. Das brachte seine Wahl in den Orden zum Ausdruck.

Aufnahme in den Orden 1964.