Karl Rahner

Theologe

Geboren am 5. März 1904 in Freiburg (Breisgau)
Gestorben am 30. März 1984 in Innsbruck, Österreich

Als viertes von sieben Kindern einer Freiburger Gymnasiallehrerfamilie trat er 1922 nach seiner Reifeprüfung in den Jesuitenorden ein. Zunächst studierte er auf den Ordenshochschulen, erhielt 1932 die Priesterweihe und führte dann in Freiburg ein philosophisches Spezialstudium durch, insbesondere bei Martin Heidegger. 1936 erfolgte die Promotion zum Dr. theol., 1937 die Habilitation für katholische Dogmatik. Aber erst seit 1948 konnte er als o. Professor an der Universität Innsbruck wirken, ab 1964 als Inhaber des Guardini-Lehrstuhls für Christliche Weltanschauung und Religionsphilosophie in München, schließlich von 1967 bis zur Emeritierung 1971 als Ordinarius für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Universität Münster, dann wieder in Innsbruck.

In all diesen Jahren war er mit hoher, scharfer Intelligenz rastlos forschend und publizierend tätig. Er wurde so zu einem der produktivsten, ideenreichsten und in der ganzen Welt hoch angesehenen Vertreter der katholischen Theologie. Dank einer genauen Kenntnis der neueren Philosophie, aber auch eines regen Austausche mit der protestantischen Theologie, fächerte seine literarische Produktion zu imponierender Breite aus. Mehr als 4000 Titel zählt seine Bibliographie, darunter 16 Bände "Schriften zur Theologie" sowie der weit verbreitete "Grundkurs des Glaubens". Ebenso bedeutsam war seine Tätigkeit als Herausgeber umfassender Werke, wie z. B. des "Lexikons für Theologie und Kirche". All seine Publikationen sind Zeichen einer ungeheuren Schaffenskraft wie seines leidenschaftlichen Bemühens, den fragenden Menschen seiner Zeit auf dem Wege des Gottsuchens Hilfe zu leisten, das auch in seiner Tätigkeit als Seelsorger und als Berater beim Zweiten Vatikanischen Konzil.

Aufnahme in den Orden 1970.