Karl Reinhardt

Klassischer Philologe

Geboren am 14. Februar 1886 in Detmold
Gestorben am 9. Januar 1958 in Frankfurt a. Main

Professor in Marburg (1916), in Hamburg (1919), in Frankfurt (1923), in Leipzig (1942), wieder in Frankfurt (1946).

Reinhardt, Sohn eines bekannten Gymnasialreformers, der zum Kreis um Usener (1897) und Bücheler (1906) gehört hatte, promovierte 1910 über die Theologie der Griechen in der spätantiken Homererklärung. Nach Habilitation in Bonn (1914) trat er mit seinem "Parmenides" (1916) den Auffassungen Diels (1913) über Zeitfolge und Entwicklung der frühgriechischen Denker entgegen. Mit seinen auf exakter philologischer Tradition fußenden Forschungen und seinen vom Stefan-George-Kreis und Nitzsche beeinflußten geistesgeschichtlichen Darstellungen über die vorsokratische Zeit gab er neue Anstöße für das Verständnis der Geschichte der griechischen Philosophie und Dichtung.

Zu nennen sind: "Poseidonios" (1921), "Piatons Mythen" (1927), die Interpretation von Sophokles (1923, 1947), "Aischylos als Regisseur und Theologe" (1949, 1961), "Die Ilias und ihr Dichter" (unvollendet, 1961 von U. Hölscher herausgegeben).

In ebenso genialer wie eigenwilliger Weise hat Reinhardt, als Lehrer besonders geschätzt, in seinen Arbeiten die Antike zum Leben gebracht.

Aufnahme in den Orden 1952.