Karl Ritter von Frisch

Zoologe

Geboren am 20. November 1886 in Wien, Österreich
Gestorben am 12. Juni 1982 in München

Von Frisch stammt aus zwei berühmten Gelehrtenfamilien. Schuf noch als Schüler ein Museum der lokalen Fauna, studierte zuerst Medizin, lernte bei seinem Onkel Sigmund Exner sauberes Experimentieren, ging nach dem Physikum zu Hertwig in München, promovierte 1910 in Wien, wurde danach Assistent bei Hertwig (1924) in München, wo er sich 1912 habilitierte. Widerlegte Geheimrat C.v.Hess's Behauptung, Fische und Wirbellose seien farbenblind. Entdeckte 1919 den Rundtanz, durch den die Bienen im Stock das Auffinden einer neuen Trachtquelle signalisieren, was er als die "folgenreichste Beobachtung meines Lebens" bezeichnet. 1922 als Professor in Rostock wies er Gehörvermögen bei den Fischen nach, 1923 in Breslau die verschiedene Funktion von Zapfen und Stäbchen im Wirbeltierauge.

Von Frisch wurde 1925 nach München berufen, ging 1946 nach Graz, 1950 zurück nach München. Er fand nun die richtige Auslegung des Bienentanzes und wies damit die Existenz einer "Sprache" nach, die mit echter Symbolbildung arbeitet, indem sie im finsteren Stock die Sonnenrichtung durch die Vertikale "symbolisiert" und den Winkel der Richtung der Nahrungsquelle, durch den Winkel des "Schwänzel-Laufes" zur Lotrechten. Kurz darauf entdeckte er die Orientierung der Bienen nach der Sonne und nach der Polarisationsebene des blauen Himmelslichts. Seine Arbeiten regten zu unzähligen fruchtbringenden Untersuchungen an.

Aufnahme in den Orden 1952.