Kurt Bittel

Archäologe

Geboren am 5. Juli 1907 in Heidenheim a. d. Brenz
Gestorben am 30. Januar 1991 in Heidenheim (an der Brenz)

Durch Geist und Standort des Elternhauses von Kind auf mit der Alten Geschichte vertraut, studierte er seit 1926 in Heidelberg, Berlin, Wien und Marburg Vor- und Frühgeschichte und wurde bereits 1930 mit einer Arbeit über "Die Kelten in Württemberg" promoviert. Als Student und anschließend als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Deutschen Archäologischen Instituts erwarb er sich rasch gründliche Kenntnisse auf dem Gebiet der modernen Grabungstechnik. Die Aufnahme der Ausgrabungen in Bogazköy/Hattuscha (Türkei) durch den 24jährigen und die spektakuläre Entdeckung eines reichhaltigen Tontafelarchivs in der dortigen Königsburg Büyükkale bildeten den Auftakt für eine jahrzehntelange, überaus erfolgreiche Grabungstätigkeit in der einstigen Hauptstadt der Hethiter (ca. 1600-1200 v. Chr.). Von 1938 bis 1944 und von 1953/54 bis 1960 unterstand die Abteilung Istanbul des Deutschen Archäologischen Instituts, von 1960 bis 1972 das Gesamtinstitut mit der Zentraldirektion in Berlin seiner tatkräftigen und weit ausstrahlenden Leitung. Als Extraordinarius bzw. Ordinarius widmete er sich an den Universitäten Tübingen (1946-1951) und Istanbul (1951-1960) der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Die großen Verdienste, die Bittels internationales Ansehen begründet haben, liegen vor allem in der bahnbrechenden Erschließung der untergegangenen hethitischen und benachbarten anatolischen Kulturen sowie in der vorbildlichen Publikation der Ergebnisse seiner zahlreichen Grabungen in Vorderasien und Mitteleuropa.

Aufnahme in den Orden 1967.
Vizekanzler des Ordens von 1979 bis 1984.
Kanzler des Ordens von 1971 bis 1979.