Leopold von Ranke

Historiker

Geboren am 20. Dezember 1795 in Wiehe (a. d. Unstrut)
Gestorben am 23. Mai 1886 in Berlin

VITA

1818-1825 Gymnasiallehrer in Frankfurt/Oder, 1825 Professor an der Universität Berlin, 1841 Historiograph des preußischen Staates, 1894 Mitglied des preußischen Staatsrats.

Ranke muß als der universalste deutsche Historiker des 19. Jahrhunderts gelten. Im Mittelpunkt seiner Werke stehen die "großen Mächte" Europas, die er als "real-geistige" Einheiten innerhalb eines gemeinsamen Systems verstand: 1847/48 "Preußische Geschichte", 1852-61 "Französische Geschichte", 1859-68 "Englische Geschichte". Sein bedeutendstes, der deutschen Geschichte gewidmetes Werk war die "Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation" (1839-47). Die Grundlegung der Geschichte in originalen Quellen, deren kritische Sichtung, die Betonung der geschichtlichen Individualität und ihres aus ihren jeweiligen historischen Voraussetzungen erwachsenen Verständnisses als Aufgabe des Historikers machten ihn zum größten Repräsentanten der Geschichtsschreibung im Geiste des Historismus, dessen universalhistorische Tendenz in seinem letzten, unvollendeten Werk einer vom abendländischen Standpunkt geschriebenen "Weltgeschichte" zum Ausdruck kam.

Aufnahme in den Orden 1855.
Vizekanzler des Ordens von 1867 bis 1867.
Kanzler des Ordens von 1867 bis 1886.