Ludwig Finscher

Musikwissenschaftler

Geboren am 14. März 1930 in Kassel
 

Finscher wurde nach einem Studium der Musikwissenschaft, der Germanistik, Anglistik und Philosophie in Göttingen 1954 promoviert. 1954-1955 war er Mitarbeiter am Deutschen Volksliedarchiv Freiburg i.Br., 1955-1960 freier Journalist, 1960-1968 Assistent in Kiel und Saarbrücken, 1968-1981 Professor in Frankfurt a. M., 1981-1995 in Heidelberg.

Finschers musikwissenschaftliche Publikationen reichen vom späteren Mittelalter mit der weltlichen Musik des italienischen Trecento bis ins 20. Jahrhundert, Schwerpunkte liegen in der Musikgeschichte des 15./16. und des 18./19. Jahrhunderts. Behandelt ist die Musik der "Niederländer" (je mit den Gattungen Messe und Motette sowie den Komponisten Compere und Josquin des Prez und ihrem Werk) wie die Musikgeschichte des Reformationszeitalters. Zahlreiche Arbeiten und Editionen gelten der Musik des späten Barock und der Klassik (Corelli, Bach, Telemann, Gluck, Haydn, Mozart), doch hat er auch den Grund zu einer Hindemith-Gesamtausgabe gelegt. Finscher bemüht sich über die Kompositionsanalyse hinaus um die Positionierung der Werke in der Ideen- und Sozialgeschichte.

Aufnahme in den Orden 1994.