Ludwig Mies van der Rohe

Architekt

Geboren am 27. März 1886 in Aachen
Gestorben am 17. August 1969 in Chicago (Illinois), USA

Ludwig Mies, später nach dem Namen der Mutter Mies van der Rohe genannt, war eine imposante Erscheinung. Er verkörperte beste deutsche Handwerkertradition: Streben nach dem Einfachen auf hoher Ebene, feines Empfinden für Baustoffe, solide - auch kühne - Konstruktionen. Die Grundausbildung als Steinmetz und Maurer erhielt er beim Vater. Nach der Baugewerbeschule bildete sich der hochbegabte junge Architekt weiter, zunächst bei Bruno Paul, dann bei Peter Behrens in Berlin, wo damals auch Walter Gropius und Le Corbusier für die AEG an der berühmten Turbinenhalle arbeiteten, mit der Industriearchitektur beginnt. Nach dem ersten Weltkrieg macht er sich selbständig und findet Formen, die Wahrzeichen des "Neuen Bauens" werden: ein Projekt für einen gläsernen Wolkenkratzer, ein Bürohaus, dessen unverkleidetes Stahlbetonskelett die äußere Gestalt bestimmt, und schließlich den Deutschen Pavillon für die Weltausstellung 1929 in Barcelona, der ihm weltweite Anerkennung einbrachte. 1927 wurde ihm die Leitung der vom Deutschen Werkbund organisierten Weissenhofsiedlung in Stuttgart übertragen, an der sich die besten europäischen Architekten beteiligten. Aber die Zeit änderte sich. Auch er konnte das von Gropius begründete Bauhaus nicht retten. Er übernahm 1937 die Leitung des Illinois Institute of Technology (IIT) in Chicago, wo er als Lehrer eine neue Architekturauffassung begründete. Seine Zwillingshochhäuser am Lake-Shore-Drive in Chicago, das Seagram-Building im Herzen New Yorks sind Klassiker geworden. 1969 erhielt er den Auftrag für den Neubau der Nationalgalerie am Kulturforum Berlin, mit der er eine Form, die ihn Jahrzehnte beschäftigt hatte, zur Vollendung brachte.

Aufnahme in den Orden 1957.