Niels Henrik David Bohr

Physiker

Geboren am 7. Oktober 1885 in Kopenhagen, Dänemark
Gestorben am 18. November 1962 in Kopenhagen, Dänemark

Niels Bohr, theoretischer Physiker, Sohn des Physiologen Christian Bohr, Bruder des Mathematikers Harald Bohr, Vater des Physikers Aage Bohr, studierte in Kopenhagen, arbeitete dann in Manchester bei Ernest Rutherford. 1912 wandte er auf Rutherfords aus Experimenten erratenes Atommodell Plancks (1915) Quantenhypothese an und schuf das erste zu theoretischen Vorhersagen geeignete Modell des Atoms. 1913 nach Kopenhagen zurückgekehrt, gründete er ein Institut für theoretische Physik, das wenigstens zwei Jahrzehnte lang Weltzentrum ("Mekka") der Atomphysiker wurde. 1943 vor der Gefahr der Deportation über Schweden und England in die USA geflohen, 1945 zurückgekehrt, verwendete er neben der Physik fortdauernde Energie auf den Versuch einer Weltfriedensordnung angesichts der Atombombe.

Man wird Einstein (1923) und Bohr die führenden theoretischen Physiker des 20. Jahrhunderts nennen dürfen. Heisenberg (1957) gab Bohrs Ansätzen 1925 in der Quantenmechanik die endgültige mathematische Gestalt. Bohr und Heisenberg entwickelten 1927 die "Kopenhagener Deutung" der Quantentheorie. Bohr schuf den Begriff der Komplementarität, der tief in die Philosophie hineinwirkte. Um seines unermüdlichen Fragens willen verglichen ihn manche seiner Schüler mit Sokrates. Sie verehrten ihn als gütigen Menschen.

1922 Nobelpreis für Physik.

Aufnahme in den Orden 1954.