Oskar Kokoschka

Maler, Graphiker und Schriftsteller

Geboren am 1. März 1886 in Pöchlarn (Donau), Österreich
Gestorben am 22. Februar 1980 in Montreux, Schweiz

Ausgebildet an der Kunstgewerbeschule in Wien, veröffentlichte er 1908 sein illustriertes Märchenbuch "Die träumenden Knaben", dessen bunte, dekorative Bilder bereits seine Originalität bezeugten. Eine enge Freundschaft entstand mit Adolf Loos und Karl Kraus, deren kritische Einstellung gegenüber dem modernen Fortschrittsglauben er teilte. Seine expressionistischen Dramen und seine visionären Bildnisse erregten bald Aufsehen in Wien und Berlin. Nach dem ersten Weltkrieg, in dem er schwer verwundet wurde, wirkte er 1920-1924 als Lehrer an der Dresdner Akademie. Zwischen 1924 und 1933 unternahm er weite Reisen, auf denen er vor allem lichtdurchflutete Stadtpanoramen schuf. Er ging 1934 nach Prag, wo er Olda Palkovska kennenlernte, die seine Gattin wurde. Im Oktober 1938 floh er nach London, wurde englischer Staatsbürger und malte u.a. politische Allegorien und Blumenaquarelle. Er übersiedelte 1953 nach Villeneuve am Genfer See, wo er ansässig blieb. Im selben Jahre gründete er die "Schule des Sehens" in Salzburg, um der Strömung der abstrakten Malerei entgegen zu wirken. Er beschäftigte sich auch als Bühnenbildner und schuf weiterhin monumentale Gemälde und graphische Zyklen, die seine Leidenschaft für die griechische Antike zum Ausdruck bringen. Seine Schriften zu Tagesfragen sowie seine eigene Lebensbeschreibung sind erfüllt von tiefem Mitleid für die Nöte der Zeit, seine in vier Bänden gesammelten Briefe zeugen von seiner menschlichen Wärme.

1959 wurde ihm der Orden "Commander of the British Empire", 1960 der Erasmus-Preis verliehen.

Aufnahme in den Orden 1955.