Percy Ernst Schramm

Historiker

Geboren am 14. Oktober 1894 in Hamburg
Gestorben am 12. November 1970 in Göttingen

Geprägt von seiner Vaterstadt Hamburg, studierte Schramm dort und in München, hauptsächlich jedoch in Heidelberg, wo er 1922 - zugleich als Mitarbeiter der Monumenta Germaniae Historica mit der Edition mittelalterlicher Quellen beschäftigt - promoviert und 1924 habilitiert wurde. 1929 nach Göttingen berufen, lehrte er dort, trotz mehrerer Rufe an andere Universitäten, bis zu seiner Emeritierung 1963. Während des zweiten Weltkrieges war er in verschiedenen Stäben der Wehrmacht tätig. Sein Lebenswerk - mehr narrativer als analytischer Art - besitzt eine ungewöhnliche Themenbreite. Seine Heimat und das hanseatische Großbürgertum behandelte er in mehreren Büchern, wie z. B. "Hamburg, Deutschland und die Welt" (1945, 1953), "Deutschland und Übersee" (1950), "Kaufleute zu Haus und über See" (1969). Das von ihm geführte "Kriegstagebuch des Oberkommandos der Wehrmacht" brachte er in vier Bänden (1961-1969) zur Publikation. Nach seinem bahnbrechenden mediävistischen Werk "Kaiser, Rom und Renovatio" (1929), in dessen Mittelpunkt die Gestalt des jungen Kaisers Otto III. (983-1002) steht, widmete sich Schramm Fragen der Sichtbarkeit mittelalterlichen Herrschertums: "Die deutschen Kaiser und Könige in Bildern ihrer Zeit" (1928), "Denkmale der deutschen Könige und Kaiser" (1963). Seine Forschungen über Krönungsbräuche und Herrschaftszeichen begründeten eine neue Disziplin. Zentral ist das größtenteils von ihm selbst verfaßte Werk "Herrschaftszeichen und Staatssymbolik" (3 Bände, 1954-1956).

Aufnahme in den Orden 1958.
Kanzler des Ordens von 1963 bis 1970.