Reinhard Selten

Ökonom

Geboren am 5. Oktober 1930 in Breslau (Schlesien)
Gestorben am 23. August 2016 in Posen, Polen

Reinhard Selten studierte an der Universität zu Frankfurt am Main Mathematik (Diplom 1957, Promotion 1961 und Habilitation 1968). Er war der erste Mathematiker in Frankfurt, der mit der mathematischen Ökonomie ein nicht-naturwissenschaftliches Nebenfach wählen durfte.

1967 trat Prof. Selten einen zweijährigen Forschungsaufenthalt an der University of California in Berkeley, USA, an. 1969 bis 1972 war er Inhaber des Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre an der Freien Universität Berlin, danach am Institut für Mathematische Wirtschaftsforschung der Universität Bielefeld. 1984 bis zu seiner Emeritierung 1996 war er ordentlicher Professor mit dem Fachgebiet Wirtschaftstheorie an der Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Dort baute Prof. Selten das Laboratorium für Experimentelle Wirtschaftsforschung auf, mit dem er international bekannt wurde.

1994 wurde Reinhard Selten zusammen mit dem Wirtschaftswissenschaftler John Charles Harsanyi und dem Mathematiker John F. Nash „für ihre grundlegende Analyse des Gleichgewichts in nichtkooperativer Spieltheorie“ mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet. Die Spieltheorie ist eine mathematische Methode zur Analyse von Konfliktsituationen, welche Erkenntnisse über menschliches Verhalten bei Gesellschaftsspielen wie Schach oder Poker auf den Marktprozess überträgt. Der spieltheoretische Begriff des „Nullsummenspiels“ (der Gewinn des einen ist der Verlust des anderen) ging in die Umgangssprache ein. Reinhard Selten vertritt mit Mathematikern, Psychologen, Soziologen und Biologen zusammen. Er ist Mitherausgeber mehrerer englischsprachiger Fachzeitschriften. Er gehört unter anderem der Economic Society an und ist Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Sciences. Reinhard Selten brachte zudem verschiedene Esperanto-sprachige Werke heraus.

Auszeichnungen unter anderem: Ehrendoktor mehrerer Universitäten, Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften (1994), Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen (2000), Ehrensenator der Universität Bonn (2007).

Aufnahme in den Orden 2006.