Romano Guardini

Philosoph

Geboren am 17. Februar 1885 in Verona, Italien
Gestorben am 1. Oktober 1968 in München

Eine ungewöhnliche Erscheinung unter den katholischen Theologen seiner Zeit, repräsentierte er die neuen geistigen und insbesondere religiösen Tendenzen des Jahrhunderts. Er war eine der führenden Persönlichkeiten in der katholischen Jugendbewegung und bei den liturgischen Reformbemühungen.

Nach seiner Habilitation in Bonn wurde er 1923 als Professor an den neu errichteten Lehrstuhl für katholische Religionsphilosophie und Weltanschauung in Berlin berufen. Aber auch nach dessen Aufhebung im Jahre 1939 wirkte er in dieser Stadt durch seine Vortragstätigkeit in weite Kreise hinein und war ein Repräsentant der "inneren Emigration".

Wichtige Bücher über Pascal und über Dostojewski haben ihn über den katholischen Bereich hinaus bekannt gemacht, und noch mehr nach dem Krieg seine Werke über Hölderlin und über Rilke sowie seine Bücher "Das Ende der Neuzeit" und "Die Macht".

Er war ein hervorragender Schriftsteller und sowohl während seines Lehramtes in Tübingen (1945-1948) als auch ab 1948 in München eine Persönlichkeit, die eine starke Wirkung, vor allem auf die christliche Bildungskultur und ihre Lebensformen in Deutschland, ausübte. Die Ausstrahlung seiner Person und die hohe Sensibilität seines Geistes verschafften ihm jenseits aller konfessionellen Gegensätze Anerkennung. Der Orden gab dem durch seine Zuwahl Ausdruck.

Aufnahme in den Orden 1958.