Rudolf Alexander Schröder

Dichter

Geboren am 26. Januar 1878 in Bremen
Gestorben am 22. August 1962 in Bad Wiessee

Ab 1903 in seiner Vaterstadt Bremen und in Oberbayern tätig als vielseitiger freier Schriftsteller, aber auch als Innenarchitekt (z. B. Passagierdampfer "Bremen"), Maler, Verleger und Herausgeber (z. B. Zeitschrift "Insel").

Unter seinen Freunden und Zeitgenossen — Hugo von Hofmannsthal, Stefan George, Rudolf Borchardt — zeichnet sich Rudolf Alexander Schröder durch eine einzigartige Sprachvirtuosität aus, die keine Grenzen zu kennen scheint. In seinem stattlichen lyrischen Werk, das weltliche und geistliche Gedichte umfaßt, ist es ihm gelungen, die verschiedensten Formen mit der Kraft seiner Persönlichkeit neu zu beleben und, obwohl auf dem festen Grund der Tradition, einen nur ihm eigenen, oft prunkvoll-pathetischen, oft kunstvoll-schlichten Ton zu finden.

Ebenso bedeutend ist er als Übersetzer aus dem Griechischen, Lateinischen, Französischen, Englischen, Flämischen. Besonders hervorzuheben sind seine deutsche Ilias und Odyssee, seine Horaz-Übertragung und seine Einbürgerung einiger im deutschen Sprachbereich allzu wenig bekannter niederländischer Dichter. Das größte Verdienst, das er sich als Übersetzer erworben hat, besteht aber wohl in seiner Verdeutschung einiger Tragödien Racines. Es ist ihm als erstem gelungen, den seit zwei Jahrhunderten aus der deutschen Literatur fast ganz verschwundenen Alexandriner in einer Weise zu erneuern, die der vornehmen, verhaltenen Leidenschaft und Pracht des französischen Tragikers entspricht.

Das dichterische Schaffen begleiten zahlreiche Essays, die von erstaunlicher weltliterarischer Bildung zeugen.

Aufnahme in den Orden 1952.
Vizekanzler des Ordens von 1955 bis 1959.