Sir Henry Chadwick

Kirchenhistoriker

Geboren am 23. Juni 1920 in Bromley (Kent), England
Gestorben am 17. Juni 2008 in Oxford, Großbritannien

Chadwick war nach Abschluss seines Studiums zunächst als Lehrer in Cambridge tätig, doch wurde er bald als Regius Professor of Divinity (1959-1969) und Dean of Christ Church nach Oxford berufen (1969-1979). 1979 kehrte er als Regius Professor of Divinity nach Cambridge zurück, wo er 1983 emeritiert wurde. Gegenwärtig hat er den Status eines Master of Peterhouse, Cambridge. Zusammen mit seinem Bruder Owen, Professor of Modern History, begründete er, was man in Cambridge "the Age of the Chadwicks" nennt.

Literarisch machte er sich bekannt durch seine kommentierte Übersetzung von Origenes, Contra Celsum (1953) und mit monographischen Studien zur Geschichte der alten Kirche, insbesondere zu ihrer Verflechtung mit der antiken Tradition. Chadwicks Arbeiten gelten als wissenschaftlich vorbildlich (z. B. "The Sentences of Sextus", 1959), "Priscillian of Avila" (1976), "Boethius" (1981) und wegweisend ("Early Christian Thought and the Classical Tradition", 1966). Chadwick engagierte sich u.a. auch wissenschaftspolitisch. Ihm ist im Wesentlichen die Internationalisierung patristischer Forschung mit zu verdanken, angefangen von den Forschungsmöglichkeiten, die er nach dem Kriege jungen deutschen Wissenschaftlern in England ermöglicht hat, bis hin zum internationalen Patristischen Kongress, der in Oxford zu einer Institution geworden ist.

Aufnahme in den Orden 1993.