Thomas Mann

Schriftsteller

Geboren am 6. Juni 1875 in Lübeck
Gestorben am 12. August 1955 in Kilchberg (bei Zürich), Schweiz

Im Jahre 1955, erst kurz vor seinem Tode, wurde Thomas Mann in den Orden aufgenommen. Es spiegelt sich darin die deutsche Tragödie. Thomas Manns Anfänge, das Meisterwerk der "Buddenbrooks", der "Tonio Kröger", der "Tod in Venedig" u. a. gehören der Weltliteratur an.

Seine "Betrachtungen eines Unpolitischen" (1917) bezeugten seine kritische Distanz zum Literaten und sein Bekenntnis zur Bürgerlichkeit. Erst langsam näherte er sich der Weimarer Republik. Aber sein Werk wuchs. Es folgte die Reihe seiner Meisterwerke der Reifezeit: "Der Zauberberg", die drei Bände des Joseph-Romans, dichterisch, mythisch, ironisch, überreich an historischem Wissen und von einem wahrhaft epischen Atem belebt. Unter dem Hitler-Terror schließlich zur Emigration gezwungen, wurde er von Amerika aus schärfster Kritiker aller Deutschen. Nach dem Ende der Hitler-Zeit zögerte er zwischen West und Ost und legte als die Frucht langer Arbeit den "Doktor Faustus" vor, in dem sich die Deutschen im Spiegel erkennen sollten. Am Ende trat er der sich aufbauenden Bundesrepublik näher. Goethepreis der Stadt Frankfurt 1949. Ein großer Stilist, ein gelehrtenhafter Arbeiter, ein Skeptiker und Ironiker, der er war, ist er eine bleibende Figur der Weltliteratur.

Aufnahme in den Orden 1955.