Thornton Wilder

Schriftsteller

Geboren am 17. April 1897 in Madison (Wisconsin), USA
Gestorben am 7. Dezember 1975 in Hamden (Connecticut), USA

Seit seinem ersten erfolgreichen, in viele Sprachen übersetzten Buch "The Bridge of San Luis Rey" (1927) hat Thornton Wilder dem nachdenklichen Leser viel mitzuteilen gehabt. In all seinen Romanen und Theaterstücken erwuchsen und vertieften sich neue Gedanken, entstanden neue künstlerische Formen, deren er jedesmal bedurfte, um das wirksam auszusagen, was ihn zum Schreiben bewegte. Er war von einer überkonfessionellen Religiosität durchdrungen, vor allem sichtbar in "The Bridge of San Luis Rey", worin er angesichts des Schicksals einiger Menschen, die bei einem Brückeneinsturz ihr Leben verloren haben, die Frage nach der Erkennbarkeit der göttlichen Vorsehung aufwirft, oder in "The Eighth Day", wo die Erzählung aufzeigen soll, daß Gott noch eines achten Schöpfungstages bedarf, um den Menschen zu vollenden. Der religiöse Sinn von Geburt und Tod führte Wilder zu dem Mysterienspiel "The long Christmas Dinner", in dem die Generationen einer Familie nacheinander durch eine Tür eintreten und durch eine andere fortgehen. Paul Hindemith (1952) hat das Stück mit Wilders Einverständnis in deutscher Übersetzung als Oper vertont. Das letzte Buch des Achtundsiebzigjährigen, "Theophilus North", handelt von "dem Schalk, der nur Segen stiftet" (Emil Staiger 1966).

Nach Absolvierung der höheren Schule (high school) in Berkeley - "minima cum laude", wie er einmal einem Freund schrieb - lehrte Wilder öfters als Gastdozent an amerikanischen und europäischen Universitäten. Seine letzten Jahre verbrachte er in Hamden, bei einem Neffen, der an der Yale University lehrte.

Aufnahme in den Orden 1956.