Walter Gehring

Biologe

Geboren am 20. März 1939 in Zürich, Schweiz
Gestorben am 29. Mai 2014 in Basel, Schweiz

Professor Walter J. Gehring hat seine Doktorarbeit bei Prof. Ernst Hadorn an der Universität Zürich ausgeführt. Seine weitere Laufbahn führte ihn als Postdoktoranden an die Yale Universität in den USA. Dort wurde er 1969 zum außerordentlichen Professor für Molekulare Biophysik und Anatomie ernannt.

1972 wurde er ans Biozentrum der Universität Basel berufen, wo er seither als ordentlicher Professor für Entwicklungsbiologie und Genetik tätig ist. Er hat wichtige Beiträge zum Verständnis der Entwicklungsprozesse und deren genetische Steuerung bei der Taufliege Drosophila geleistet. Seine molekulargenetischen Untersuchungen an homeotischen Genen führten zur Entdeckung der so genannten Homeobox, die einen Schlüssel zum Verständnis der genetischen Steuerung der Entwicklungsvorgänge bei Tier und Mensch lieferte. Gehring und seinen Mitarbeitern ist es gelungen, das Masterkontrollgen, das für die Entwicklung und Evolution der Augen verantwortlich ist, zu identifizieren. Dieses Gen steuert die Morphogenese der Augen, sowohl bei Insekten als auch bei Würmern, Tintenfischen und Wirbeltieren, einschließlich des Menschen und eröffnet ganz neue Perspektiven der Evolution der Augen. 2009 wurde er emeritiert, führte seine Forschungen über die Entstehung der Augen aber weiter.

Er ist Mitglied der Akademien der Wissenschaften der USA, Europas, Englands, Frankreichs und Schwedens und wurde mit zahlreichen wissenschaftlichen Preisen ausgezeichnet. Im Jahre 2000 erhielt er den renommierten Kyoto Preis. Sein bisheriges wissenschaftliches Werk ist in seinem Buch "Wie Gene die Entwicklung steuern" zusammengefasst.

Aufnahme in den Orden 1993.