Werner Bergengruen

Schriftsteller

Geboren am 16. September 1892 in Riga, heute Lettland
Gestorben am 4. September 1964 in Baden-Baden

Einer Arztfamilie des Baltikums entstammend, hatte er etwas von der souveränen Haltung, die der deutschen Oberschicht dieses Landes eigen war. Das gab ihm Stehvermögen und innere Unabhängigkeit. Es ließ ihn das Offenbarmachen ewiger Ordnungen als Beruf des Dichters empfinden und einem Lyrikband den Titel "Die heile Welt" geben.

Seine poetische Begabung führte ihn zu bedeutenden erzählerischen Leistungen, die von hintergründiger Aktualität waren. Da war der 1940 erschienene Roman "Am Himmel wie auf Erden". Hier schilderte er vor einem weiten geschichtlichen Hintergrund die Zeichen einer verwirrten Zeit und ließ dabei die geistige Situation der Hitler-Zeit durchscheinen. Am bekanntesten wurde wohl sein schon 1935 erschienener, in der Renaissance spielender Roman "Der Großtyrann und das Gericht", der von vielen als verschlüsselte Kritik an der NS-Diktatur verstanden wurde.

Wie viele christlich Geprägte sah er die auflösenden Tendenzen der Epoche und trat 1936 der katholischen Kirche bei. 1937 aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen, verließ er Deutschland nicht, sondern überlebte die Zeit bis zum Kriegsende in einer "inneren Emigration". Nach dem Kriege zeigte er sich in einem umfangreichen Schaffen als europäisch denkender Humanist, der hinter aller Individualität seiner Gestalten Urmenschliches und Überzeitliches sichtbar zu machen verstand. Weithin wurde er besonders hoch geachtet.

Aufnahme in den Orden 1958.