Wieland Wagner

Opernregisseur und Bühnenbildner

Geboren am 5. Januar 1917 in Bayreuth
Gestorben am 17. Oktober 1966 in Bayreuth

Wieland Wagner wuchs als Sohn des schon 1930 verstorbenen Siegfried und Enkel von Richard Wagner im Hause Wahnfried auf. Erste Theatererfahrungen sammelte er vor dem zweiten Weltkrieg, malte 1937 schon neue Bühnenbilder für den Parsifal und besorgte für die Meistersingeraufführungen 1943/44 die Ausstattung. 1951 übernahm er dann mit seinem jüngeren Bruder Wolfgang die künstlerische Leitung der wieder ins Leben gerufenen Bayreuther Festspiele.

Sein Interpretationsstil mit meisterhafter Personenführung und seine neuartige Bühnengestaltung, in der das Licht als wesentliches Gestaltungselement des bis auf Symbole nahezu kulissenfreien Bühnenraumes eingesetzt war, brachen radikal mit allem, was bisher mit dem Namen Wagner verbunden war, und machten den Weg frei für das der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts angemessene Musiktheater. Sein Ziel war dabei nicht eine Umdeutung der Werke seines Großvaters, sondern die Herausarbeitung ihres eigentlichen tieferen Gehalts, in dem sich nach seiner Überzeugung die Grundformen menschlicher Erfahrung spiegeln.

Mit diesem Neubayreuther Stil rettete er nicht nur die durch die Hitler-Begeisterung belasteten Bayreuther Festspiele, sondern wurde mit den "in der Werkstatt Bayreuth" immer wieder unternommenen Erprobungen neuer Gestaltungsmöglichkeiten zum Bahnbrecher und Impulsgeber für neue Entwicklungen in den Musiktheatern der Welt, zu denen er oft auch als Regisseur von Opern anderer Komponisten gerufen wurde.

Er starb, ehe ihm das Ordenszeichen übergeben werden konnte.

Aufnahme in den Orden 1966.