Wolfgang Clemen

Anglist

Geboren am 29. März 1909 in Bonn
Gestorben am 16. März 1990 in Rosenheim

Professor der Englischen Philologie in München 1946. Mitglied der philosophisch-historischen Klasse der Bayerischen Akademie der Wissenschaften 1948. Corresponding Fellow der British Academy 1964. Commander of the British Empire 1972. Mitglied des Bayerischen Maximiliansordens 1988.

Wolfgang Clemen hat durch seine wissenschaftlichen Arbeiten und seine jahrzehntelange Lehrtätigkeit wegweisend in der anglistischen Literaturwissenschaft gewirkt, auch über die Grenzen des deutschen Sprachgebiets hinaus. Sein Buch über "Shakespeares Bilder" (1936, englische Fassung 1951) lenkte den Blick zurück auf den Text, auf das dichterische Kunstwerk selbst und die dramatische Sprache. Unter seinen zahlreichen Veröffentlichungen über Shakespeare und seine Zeitgenossen zeigte sein "Kommentar zu Richard III.", was Interpretation von Bau, Stil und Sprache eines Werkes für das Literaturverständnis des heutigen Lesers zu leisten vermag. Sprachkunst und Literaturtradition sind auch die Themen seines Buches über Chaucers frühe Dichtung (1938, engl. "Chaucer's Early Poetry", 1963), das der Erforschung der mittelalterlichen Literatur Englands wichtige Anstöße vermittelt hat. Zu den bleibenden Verdiensten Clemens gehört die Gründung der Shakespeare-Forschungsbibliothek an der Universität München. Er war auch unter den ersten, die auf eine gründliche Reform der deutschen Hochschulen drängten.

Aufnahme in den Orden 1981.