Wolfgang Rihm

Komponist

Geboren am 13. März 1952 in Karlsruhe
 

Der 1952 geborene Komponist Wolfgang Rihm gilt als der produktivste, erfindungs-reichste und bekannteste Komponist seiner Generation. Bereits im Alter von 11 Jahren begann er mit ersten Kompositionen. Zeitgleich zum Abitur legte er 1972 das Staats-examen in Musiktheorie und Komposition an der Hochschule für Musik Karlsruhe ab. Daraufhin folgten 1972-1973 Studien bei Karlheinz Stockhausen in Köln und 1973-1976 an der Hochschule für Musik Freiburg bei Klaus Huber und Hans Heinrich Eggebrecht. 1985 übernahm er als Nachfolger seines Lehrers Eugen Werner Velte den Lehrstuhl für Komposition an der Musikhochschule Karlsruhe.

Sein überaus großes und vielfältiges Oeuvre umfasst alle nur denkbaren Möglichkeiten musikalischer Gattungen - Opern (z.B. Hamletmaschine, Jacob Lenz, Oedipus, Montezuma oder die 2010 bei den Salzburger Festspielen so erfolgreich uraufgeführte Oper "Dionysos" nach Nietzsche), Sinfonische Werke, Konzerte, Ensemblestücke, Kammermusik, viele Streichquartette, Chorwerke, Vokalstücke mit Orchester oder Klavier. Neben diesem unge-brochenen Komponierfluss ist er ein hervorragender Lehrer an der Staatlichen Hochschule für Musik in Karlsruhe und hat im Laufe der Jahre eine große Anzahl von jungen Kompo-nisten herangebildet, die inzwischen ihren eigenen Weg gehen und international aner-kannt sind. „Wolfgang Rihm besitzt die ganz seltene Fähigkeit, sich innerhalb seiner unverwechselbaren kompositorischen Sprache immer wieder neu zu erfinden, mit jedem neuen Werk in bisher unbekannte und noch nie gehörte Klangbereiche und geistige Zonen und Kontinente vorzustoßen. Sein Erfindungsreichtum ist unerschöpflich, seine Energie, jedes Stück mit brennendem Leben und unbegrenzten musikalischen Gestalten und Formen zu erfüllen, ist einzigartig und bewundernswert.“ (Aribert Reimann)

Rihm ist Mitglied zahlreicher Gremien in Deutschland, die Interessen der Musikschaffen-den vertreten: seit 1982 ist er Präsidiumsmitglied des Deutschen Komponistenverbandes, seit 1984 Präsidiumsmitglied des Deutschen Musikrates, seit 1985 Kuratoriumsmitglied der Heinrich-Strobel-Stiftung und seit 1989 gehört er dem Aufsichtsrat der GEMA an. Zu seinen nationalen und internationalen Auszeichnungen zählen u.a.: das Bundesverdiens-tkreuz (1989), der Prix de Composition Musical de la Fondation Prince Pierre de Monaco (1997), der Jacob-Burckhardt-Preis (1998), der Bach-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg (1999), der Royal Philharmonic Society Music Award (2000), Officier dans l’Ordre des Arts et des Lettres (2001), Ernst von Siemens-Musikpreis (2003), Verdienstme-daille des Landes Baden-Württemberg (2004), Leone d’oro (Biennale in Venedig 2010) und das Große Bundesverdienstkreuz (2011).

Aufnahme in den Orden 2012.